Mittwoch, 18. Mai 2011

Maggiatal

Am Sonntag, 15. Mai 2011, reisten wir via Brig, Domodossola und Ponte Brolla nach Coglio im Maggiatal, bezogen unser Zimmer im gemütlichen und empehlenswerten Garni Maggia und unternahmen später sogleich einen nicht nachahmenswerten Erkundungsspaziergang. Zuerst war alles noch normal, auf dem Radweg spazierten wir durch Coglio und Giumaglio nach Someo, überquerten dort die Hauptstrasse und liefen an den Fluss Maggia hinunter. Endlich waren wir im Schatten spendenden Wald, im Tessin war das Wetter schön und warm. Meine Freundin entdeckte im Dickicht eine Echse, wir blieben stehen und ich wollte die Echse, welche ich leider nicht sehen konnte, Digital festhalten. Wir wurden dabei gestört. Schon lange hatte ich keine solche Angst mehr: Ein sehr aggressiver Hund tauchte auf einmal auf. Er reagierte auf gar nichts, auf das Nichtbeachten nicht, auf Zurufe unsererseits nicht, auch nicht auf die Befehle seines Halters, der kurze Zeit später doch noch auftauchte. Uns blieb nichts anderes übrig als uns langsam aus dem Staub zu machen. Leider konnten wir so nicht mehr auf dem ausgeschilderten Weg gehen, denn in diese Richtung lief dann wahrscheinlich der Hundehalter mit seinem Kläffer. In früheren Jahren, als wir oft im Tessin unterwegs waren, fiel mir schon auf, dass es im Tessin viele gestörte Hundehalter und Hunde gibt. Solche Viecher gehören an die Leine! Wir liefen dann am linken Ufer der Maggia entlang. Leider gibt es dort keinen durchreichenden Weg. Zwischendurch liefen wir auf den Steinen der Maggia, fanden später am Ufer aber wieder einen Pfad, der dann aber wieder irgendwo endete. Da meine Freundin auf dem Steinegehen nicht besonders geübt ist, bekam sie beim überqueren eines Rinsals nasse Schuhe. Uns blieb keine andere Wahl, als durch das Wasser der Maggia das Flussufer zu wechseln. Also hiess es die Beinhosen raufzukrempeln und durchs Wasser zu laufen. Die Strömung war nicht zu unterschätzen und es galt dabei das Gleichgewicht zu halten. An der tiefsten Stelle war der Pegel höher als unsere Knie, so dass unsere Jeans nass wurden. Wir liefen dann etwa noch 15 Minuten auf dem ausgeschilderten Wanderweg und kamen zu einer sehr langen Hängebrücke, die wir betraten und die nach Coglio führte, wo wir unser Zimmer hatten und nach einer Dusche trockene Kleider anziehen konnten.

Someo

 
Die sehr lange Hängebrücke bei Coglio

Tag 2 / Montag, 16. Mai 2011

Rundwanderung über Bosco Gurin

Mit dem Bus, der stündlich von Locarno nach Bignasco das Maggiatal hochfährt, fuhren wir von Coglio nach Cevio. Dort stiegen wir aufs Postauto um nach Bosco Gurin. Bosco Gurin ist das höchstgelegene Dof im Tessin auf 1500 m ü. M. Im kleinen Coop deckten wir uns mit Proviant für die Wanderung ein, schlenderten durchs schmucke Walserdorf und wanderten bei den Ställen durch Richtung Zum Schwarza Brunna. Zuerst verläuft der Weg noch auf Asphalt, später, mit zunehmender Steigung, wanderten wir auf einem Bergweg Richtung Chumma. Wir überquerten viele Bergbäche, welche der Schneeschmelze wegen viel Wasser führen. Zwischendurch querten wir noch Schneefelder und die Wege waren oft pflotschig. Gegen die Grossalp zu, wo der Berg mehr Sonnenbestrahlung erhält, ist es dann trockener und die Blumen auf den Weiden beginnen zu blühen. Alles ist voll mit Enzianen. Wunderschön! Die Querung der Bergbäche war nicht immer einfach, vor allem meine Freundin bekundete oftmals Mühe, sie stürzte und hatte einen nassen Hintern :-) Auf der Grossalp, welche ein ödes Skigebiet ist, ist die Wegfindung nicht immer einfach. Hier fehlen die Wegweiser. Mit Glück fanden wir den Weg, welcher nach Bosco Gurin führt. Der Abstieg auf dem direktesten Weg ist dann nicht mehr besonders schön, führt er dem Sessellift und der Skipiste entlang. Alles ist hier plattgewalzt und die Natur wurde verpfuscht. Alles in allem war die Wanderung aber schön und zu empfehlen.


Strecke: Bosco Gurin 1503 m - Zum Schwarza Brunna 1547 m - Chumma 1855 m - Grossalp 1907 m - Bosco Gurin 1503 m
Zeit: ca. 3,5 Stunden
Höhenunterschied: 400m auf- und abwärts

Bosco Gurin

Chumma


Schlüsselstelle mit Leiter

Enziane

Blick von der Grossalp nach Bosco Gurin, das Val di Bosco, Val Rovana und ins Maggiatal

merh Bilder können sie hier sehen

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