Samstag, 25. Juni 2011

Wo die Alpenrosen blüh'n

Ja, da waren wir heute. Nämlich auf der Bettmeralp, 1924 m ü. M. Oberwallis, Goms. Der Himmel war bedeckt, die Temperatur frisch. Der leichte Nieselregen treuer Begleiter. Die Sonne lugte nur ab und zu durch die dunklen Wolken. Wer diesen Blog regelmässig liest oder mich kennt, der weiss, dass ich diese Gegend der Aletsch Arena gut kenne, da ich als Kind und als Jugendlicher jeweils meine Sommerferien auf der Bettmeralp verbracht habe.

Das letzte mal oben war ich im Januar, als wir bei schönstem Winterwetter von der Fiescheralp auf die Riederalp wanderten. Heute gefiel es mir wesentlich besser als vor einem halben Jahr, weil grün schöner ist als weiss, ein bisschen wärmer hätte es heute aber schon sein dürfen. Zuerst liefen wir von der Bergstation der Luftseilbahn durchs Dorf Richtung Bettmersee. Dort folgten wir dem Wegweiser Richtung Moosfluh, kamen nach einem schweisstreibenden Aufstieg beim Blausee vorbei und wanderten dann auf dem Grat zur Alten Stafel, von wo man den Grossen Aletschgletscher bestaunen kann.  Wir liefen auf dem Moränenweg durch den Aletschwald Richtung Riederfurka. Wir stiegen nicht ganz zur Riederalp ab, liefen auf dem Herrenweg hinter dem Golfplatz hindurch Richtung Golmu. Dort nahmen wir den Aufstieg durch Wald zum Aussichtspunkt Schweibuflüe und stiegen später zur Bettmeralp ab. 

Die Route im Detail:
Bettmeralp Bergstation 1924 m - Bettmersee 2006 - Blausee 2207 m - Alte Stafel 2227 m - Moränenweg durch den Aletschwald - Riederfurka 2065 m - Golmu 1922 m - Schweibuflüe 2059 m - Bettmeralp 1924 m
Zeit: 3 Stunden 30 Minuten
Höhenunterschied: je etwa 450 m auf- und abwärts

Bettmersee mit Bettmerhorn (links)


Der leider immer kleiner werdende Grosse Aletschgletscher


Schöner von Alpenrosen gesäumter Moränenweg durch den Aletschwald

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Die Bettmeralp, wie die Riederalp übrigens auch, ist ja eigentlich schön. Schön gelegen hoch über dem Rhonetal. Die Luft dort oben ist super. Diese beiden Alpen sind auch bekannte Wintertourismusorte. Und so führt auf jeden noch so kleinen Hügel ein Sessel- oder Skilift. Dementsprechend ist die ganze Landschaft voll mit Masten und Bauten, was das ganze Landschaftsbild stört. Mich tut es jedenfalls. Erst recht, wenn dieses Gebiet zum Weltnaturerbe gehört. Da passen Skilifte und -Pisten einfach nicht hin. Der Bauwahn und die Profitgier gehen leider weiter. Glücklicherweise steht wenigstens der Aletschwald unter Naturschutz, Pro Natura sei dank.

Sonntag, 12. Juni 2011

Turtmanntal

Mit dem Regionalzug fuhren wir von Visp nach Turtmann. Der Bahnhof liegt ausserhalb des Dorfes am Rotten. Die Station der Luftseilbahn befindet sich mitten im Dorf und ist ab dem Bahnhhof in einem 15-minütigen Marsch zu erreichen. Die Fahrt mit dem Bähnchen nach Oberems war bereits ein erstes Highlight und recht abenteuerlich. Ab der Bergstation folge man dem Wegweiser "Ergischer Wasserleite" und dem Bärenpfad, welche ins Turtmanntal führen. Zuerst geht's noch an der Sonne über saftige Wiesen, danach verläuft der Weg in der Schlucht der Turtmänna grösstenteils durch Wald und steigt dabei nur leicht. Beim Hübschweidli überqueren wir auf dem Bärensteg die Turtmänna und folgen nun talauswärts der Ergischer Wasserleite, welche kühn in die Felsen gehauen wurde. Leider führt diese Suon kein Wasser. Ab nun ist höchste Konzentration gefragt, ein Stolpern könnte böse Folgen haben, denn der Hüterweg der Ergischer ist zum Teil sehr ausgesetzt und sollte nur von trittsicheren und schwindelfreien Wanderern begangen werden. Über Ergisch führt die Wasserleite nun ein wenig Wasser und endlich können wir auf dem Gegenhang die Region der Lötschberg Südrampe betrachten. Gegensätzlicher könnte der trockene Südhang der Berner Alpen und der meist bewaldete Nordhang der Walliser Alpen, auf dem wir uns befinden, kaum sein, es sind dies schon fast 2 Welten, und doch so nah beieinander. Wir steigen dann ins Dorf Ergisch ab und laufen dann wieder meistens durch Wald und an schönen Heuwiesen entlang nach Eischoll, wo wir wiederum eine kleine Luftseilbahn besteigen, welche uns nach Raron hinunter gondelt. 

Das erste mal waren wir heute auf der Gegenseite der Lötschberg Südrampe unterwegs und waren von dieser Region sehr beeindruckt. Diese Regionen pflegen den sanften Tourismus und sind deshalb nicht so bekannt wie andere Destinationen im Oberwallis. Das Turtmanntal machte jedenfalls Lust auf mehr. Die Wanderung ist zur Nachahmung sehr empfohlen und ist ein kleines Abenteuer.

Strecke: Oberems 1336 m - Toibuwald 1337 m - Hübschweidi 1365 m - Bärensteg - Ergischer Wasserleite - Ergisch 1086 m - Lochwald - Ried 1188 m - Ägerde - Eischoll 1219 m 
Höhenunterschied: 200 m aufwärts, 350 m abwärts
Zeit: 4 Stunden 15 Minuten

Oberems

Ergischer Wasserleite


Ergisch

Blick zur Südrampe

Eischoll
mehr Bilder gibt's hier zu sehen...

Sonntag, 5. Juni 2011

Sonntagsspaziergang

Eigentlich wollte ich über diesen Spaziergang gar keinen Beitrag schreiben. Aber aus dem Spaziergang wurde halt wieder eine kleine Wanderung - und deshalb muss ich der Vollständigkeit wegen darüber berichten.
Im Moment bin ich ein bisschen verärgert wegen dem Wetter und den Aussichten, welche nicht rosig aussehen. Das nächste Wochenende wird um einen Tag länger ausfallen, da der Pfingstmontag noch frei ist. Und es ist ja klar, dass wir für dieses verlängerte Wochenende Pläne geschmiedet haben, wir wollten nämlich mal in den Nationalpark wandern gehen und in Zernez übernachten. Bis jetzt habe ich noch nichts reserviert, denn die Wetterprognosen sehen bis dato nicht besonders gut aus. Ich warte jetzt mal noch ein paar Tage ab und werde dann kurzfristig etwas buchen, oder es sein lassen. Nach der grossen Frühjahres-Trockenheit regnet und gewittert es jetzt wohl im Monat Juni regelmässig.
Vom Mitteldorf in Ostermundigen liefen wir heute auf die Rüti, wanderten dann auf schmalem Weg durch den Wald zum Harnischberg. Auf breitem Wege stiegen wir zum Gümliger Schiessplatz ab, liefen auf einem Teersträsschen durch eine schöne Einfamilienhaussiedlung am Gümligeberg, von wo man eine schöne Aussicht aufs Aare- und Gürbetal geniessen kann. Danach wieder hoch durch Wald auf den Dentenberg, von dort hinunter nach Worb.

Strecke: Ostermundigen Mitteldorf 549 m - Rüti 630 m - Harnischberg 719 m - Schiessplatz Gümligen 609 m - Denteberg 741 m - Worb Bhf. RBS 573 m
Zeit: 2 Stunden 30 Minuten
Höhenunterschied: 300 m aufwärts, 270 m abwärts

Donnerstag, 2. Juni 2011

Auf der Suche nach der wärmenden Sonne

Route: Ausserberg Bhf. 931 m - Riedgarto - Naturbrücke Bietschtal 1024 m - Rarnerchumma 1006 m - Hängebrücke Jolibach - Stägeru Suon - Lüogju 877 m - Binu 932 m - Hohtenn Bahnhof - 1077 m
Zeit: 3 Stunden 15 Minuten
Höhenunterschied: ca. 400 m aufwärts, 200 m abwärts

Kurz vor Auffahrt wurde es wieder kühl, in den Bergen schneite es. Bei uns im Mittelland war das Wetter in den letzten 3 Tagen unbeständig, es regnete nach langem wieder recht intensiv. Vor einer Woche planten wir, als es noch sommerlich warm war, an Auffahrt das erste mal in diesem Jahr in die Höhe wandern zu gehen. Konkret: Eine Rundtour auf der Bettmeralp, welche auf beinahe 2000 m ü. M. liegt. Der Wintereinbruch verhinderte dieses Vorhaben  leider, denn die Bettmeralp lag gestern unter einer schätzungsweise 20 cm dicken Schneedecke.
Der Wetterbericht sah für heute im Wallis ein wenig Sonnenschein vor, vor allem um die Region  Visp. So unternahmen wir heute die oben beschriebene Wanderung. Das Wetter war um ca. 11 Uhr bei der Ankunft in Ausserberg bewölkt, aber angenehm warm, schon fast tüppig. Wir liefen auf dem Südrampenweg und legten beim schön gelegenen Rastplatz Riedgarto die Mittagspause ein. Nun zeigte sich endlich die Sonne. Auf dem Weg zur Naturbrücke im Bietschtal zogen Wolken auf und für 5 Minuten begann es kurz zu nieseln. Danach begleitete uns die Sonne auf dem Rest der Wanderung, dabei wurde es schon beinahe heiss und wir kamen noch mehr ins Schwitzen. Spektakulär ist die Hängebrücke in der Jolischlucht (siehe Fotoalbum). Die Begehung der Schlucht erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Bis kurz vor Hohtenn Dorf folgen wir dem Verlauf der Stägeru Suon. Danach steigen wir mehrheitlich der Teerstrasse entlang zum Bahnhof Hohtenn auf und fahren mit dem Lötschberger zurück ins kühle und bewölkte Mittelland.

Bietschtalbrücke

Hängebrücke über der Jolischlucht



Stägeru Suon