Samstag, 16. Juli 2011

Folluhorn 2657 m

Der Rosswald ist kein Wandergebiet, leider

Ich habe heute gelitten an diesem doch schönen und warmen Julitag. Ich rege mich einfach oft zu schnell auf, vor allem dann, wenn es nicht so läuft wie es müsste. Ich mag es nicht, wenn Öffentliche Verkehrsmittel Verspätung haben. Der Walliser ist ein gemütlicher Mensch. Von ihm könnte ich wohl noch etwas lernen. Das Postauto fuhr beim Bahnhof Brig schon mit einigen Minuten Verspätung ab. Und irgendwo unterwegs auf dem Weg zur Talstation Rosswald stieg der Chauffeur aus um zu telefonieren. Ein paar Stationen weiter unterhielt sich derselbe mit einem anderen Postangestellten. Schlussendlich kamen wir mit einer 10-minütigen Verspätung am Ziel an und ich war genervt ob der Gemütlichkeit des Einheimischen. Dass wir dann immer noch genügend Zeit hatten um auf die Luftseilbahn umzusteigen war mir dann irgendwie egal in diesem Moment. 
Der nächste Frust kam schon bald als wir im doch eher schönen Rosswald angekommen sind. Eine 1:50'000 Wanderkarte taugt einfach nichts. Auch die Wegweiser auf dem Rosswald taugen nicht viel, zumindest nicht, wenn man aufs Folluhorn wandern will. Das war dann eben der 2. grosse Aufreger des Tages. Am besten folge man dem Wegweiser Richtung Chläna (bin mir nicht mehr sicher, auf dem Wegweiser steht wohl "Kläna"). Im Saflischwald verliefen wir uns dann ein wenig, weil wir eben nicht wussten, dass wir in Richtung Chläna wandern müssen, so haben wir noch ein paar Höhenmeter zusätzlich gemacht und dabei sicher eine halbe Stunde verloren. Der schmale Bergweg, welcher zuerst noch durch den lauschigen Saflischwald verläuft, verlangt dann eine gewisse Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Der Tiefblick auf Brig ist auf diesem Weg einfach fantastisch! In Chläna findet man den ersten Wegweiser mit der Aufschrift "Folluhorn". Dort legten wir die verdiente Mittagsrast ein und genossen die tolle Aussicht (siehe Fotos). Der Aufstieg zum Gipfel verlangte uns noch einmal alles ab und der letzte Teil war einfach nur steil. Ich litt, da die neuen Wanderschuhe schmerzten und ich jetzt Blasen an den Fersen habe. Die Aussicht vom Gipfelkreuz entschädigte uns aber für die Mühen. Vom Simplon, von Süden her also, zogen Wolken auf. Wir entschieden uns rasch abzusteigen. Eine Wegspur fanden wir nicht, natürlich auch keinen Wegweiser. Durch Alpwiesen liefen wir dem künstlichen See entgegen, welchen man schon von weit oben sehen kann. Der See dient zur Beschneiung im Winter. Dort angekommen trafen wir auf Wegspuren und liefen alles direkt der öden Skipiste entlang nach Rosswald hinunter.
Alles in allem war die Wanderung schön und ich kann sie zur Nachahmung weiterempfehlen. Der Höhepunkt ist der Aufstieg durch den Saflischwald nach Chläna, die tolle Aussicht ins Rhonetal, zu den Walliser und den Berner Alpen, zum Fiescher- und dem Aletschgletscher. 

Strecke: Rosswald 1819 m - Saflischwald - Chläna 2376 m - Folluhorn 2657 m - Grossi Öugstchumma - Fleschbode 2135 m - Rosswald 1819 m
Höhenunterschied: ca. 850 m auf- und abwärts
Zeit: 4 Stunden


Aufstieg Richtung Kläna

Brig

Aufstieg zum Folluhorn

Blick vom Folluhorn aus Richtung Berner Alpen (Aletsch- und Fieschergletscher - Rieder- und Bettmeralp)


Wegloser Abstieg vom Folluhorn

Der Skipiste entlang Richtung Rosswald

Zum Fotoalbum

Samstag, 9. Juli 2011

Jeizinen

Route: Jeizinen 1526 m - Underi Feselalp 1937 m - Engersch 1542 m - Bratsch 1091 m - Gampel 634 m
Höhenunterschied: Aufstieg: 487 m, Abstieg: 1377 m
Distanz: 11 km
Zeit: 4 Stunden

Die Bahnhöfe im Rhonetal (Raron, Gampel-Steg und Turtmann jedenfalls) liegen ausserhalb der jeweiligen Dörfer. Die Talstation der Luftseilbahn Gampel - Jeizinen ist ab dem Bahnhof Gampel-Steg in einem ca. 15 minütigen Marsch zu erreichen. Die preiswerte Fahrt mit der 10 Personen fassenden Kabine dauert etwa 8 Minuten. Die Luftseilbahn überwindet mit dieser Fahrt etwa 900 Höhenmeter.
Heute war es im Wallis heiss, das Wetter war besser als die Prognosen vom Vorabend, mehr oder weniger schien die Sonne. Das Gewitter blieb aus, jedenfalls bis ca. 17 Uhr, als wir mit dem Zug durch den Lötschbergbasistunnel gen Bern fuhren.
Da es bereits spät ist, ich müde bin und mir die Motivation fehlt diesen Blog weiterzuführen, verzichte ich auf die Beschreibung der Wanderung und verweise auf den detailierten Tourenbericht von Gampel-Bratsch Tourismus.

Jeizinen und Engersch

Schöner mediterran anmutender Wanderweg zwischen Bratsch und Gampel

Gampel (wer findet die Luftseilbahn?) 

zum Fotoalbum: klick

Samstag, 2. Juli 2011

Doldenhornhütte

In neuen Wanderschuhen von Kandersteg zur Doldenhornhütte und auf gleichem Wege zurück zum Ausgangspunkt

Im Juli 2009, also fast vor genau 2 Jahren, kauften sich meine Freundin und ich Wanderschuhe und starteten damals unser grösstes gemeinsames Hobby, das Wandern. Die Schuhe kauften wir damals in der Landi, um sie einzutragen, wanderten wir damals von Kandersteg zum Oeschinenesee. Um die 60 Wanderungen und Bergtouren machten wir inzwischen mit diesen Schuhen - das Profil der Sohle und auch die Stabilität genügte unseren Ansprüchen nicht mehr, so dass wir uns gestern neue Bergschuhe kauften, welche heute zum ersten mal zum Einsatz kamen. Der Zufall wollte es, dass wir heute wieder nach Kandersteg fuhren und eine gute halbe Stunde auf dem gleichen Weg Richtung Oeschinensee unterwegs waren wie im Juli 2009.

Das Wetter heute war durchzogen, zum Wandern war es im Prinzip ideal. Für dass es Juli ist, ist es derzeit aber zu kühl. Der Weg zur Doldenhornhütte ist ab dem Kandersteger Bahnhof bestens ausgeschildert. Zuerst führt er bis zum Öschibach auf dem Trottoir durchs Dorf, nun beginnt der breite Feldweg alles dem Bach entlang sanft zu steigen. Nach etwa 30 Minuten verliessen wir den breiten Weg gen Oeschinensee und folgten dem Bergweg zur Doldenhornhütte. Der Weg steigt zu Beginn stark. Nach etwa 20 Minuten ist die Schlüsselstelle der Wanderung (siehe Bild) zu meistern, welche gut gesichert ist und für uns kein Problem darstellte. Der Weg wird hernach für ein paar Minuten eher flach, bevor er bei Dürreschwand bis zur Doldenhornhütte (eineinahalb Stunden) wieder mehrheitlich stark steigt. Obwohl wir bereits 800 Höhenmeter in den Beinen hatten, entschlossen wir uns noch ein bisschen weiter als zum Tagesziel zu wandern und erklommen noch ein paar Höhenmeter mehr. Der "Aussichtspunkt Oeschinensee" war uns aber dann zu weit und zu anstrengend, weshalb wir den Wanderweg verliessen und zur Krete liefen, von wo man steil unten den Oeschinensee auch in seiner beinahe ganzen Grösse sehen konnte. Auf dem Rückweg kehrten wir kurz in der Doldenhornhütte ein, bevor wir uns auf den Abstieg zurück ins Tal nach Kandersteg machten.

Route: Kandersteg Bhf. 1174 m - Öschiwald - Undere Biberg - Dürreschwand 1435 m -  Doldenhornhütte 1915 m - (Namenloser Punkt) 2100 m - Doldenhornhütte 1915 m - Undere Biberg - Kandersteg Bhf.
Zeit: 4 Stunden 45 Minuten
Höhenunterschied: 950 m auf- und abwärts
Fotalbum: klick


Blick gen Frutigen ins Kandertal

Doldenhornhütte SAC 1915 m

Kandersteg

Oeschinensee

Schlüsselstelle