Samstag, 20. August 2011

Nationalpark

Das am Donnerstag war wieder mal eine Wanderung, auf der ich mich fragte, warum ich mir das immer wieder antue, Wochenende für Wochenende und sogar noch in den Ferien. Warum kann ich kein anders Hobby haben?! Warum fahre ich in den Ferien nicht 2 Wochen irgendwo ans Mittelmeer und liege bloss auf der faulen Haut rum und besaufe mich dabei aus lauter Langeweile, fresse bis ich platze und tanze nachts zu übelster Partymusik? Warum fahre ich nicht mit einem lärmenden und stinkenden Töff durch die Landschaft? Warum kann ich nicht einfach nur mal ausschlafen und dem süssen Nichtstun frönen? Weshalb unternahmen wir in der 2. Ferienwoche nicht einen Städtetripp in eine laute und stinkige Stadt? Warum fuhren wir wiederum in den Alpenraum, warum wanderten wir wieder?

Die Antwort steht in den Fragen! Trotz all den Anstrengungen, dem Leiden und den Schmerzen möchte ich solche Erlebnisse, die es auf Wanderungen gibt, nie missen. Das Gefühl danach, nach einer erfrischenden Dusche und einem feinen Essen, wenn man todmüde ins Bett fällt und das Erlebte noch einmal Revue passieren lässt, ist einfach unbeschreiblich schön und macht all das Negative vergessen. Deshalb freue ich mich bereits wieder auf die nächste Tour, auch wenn mich dann vielleicht wieder auf einem langen, schweisstreibenden Aufstieg an der prallen Sonne negative Gefühle beschleichen und ich alles hinschmeissen möchte.

Nachdem wir in den ersten Ferienwoche in Fiesch waren, fuhren wir am Mittwoch für 3 Tage ins Engadin nach Zernez. Im sehr empfehlenswerten Hotel Baer & Post in Zernez genossen wir 3 schöne Tage. Am Ankunftstag besichtigten wir das Dorf, spielten eine Partie Minigolf und besuchten das Nationalparkzentrum, welches am 31. Mai 2008 vom besten Bundesrat der letzten Jahre, Moritz Leuenberger, eröffnet wurde.

Am 2. Tag, am Donnerstag bestiegen wir um 09.15 h das Postauto, fuhren mit ihm in den Nationalpark und stiegen beim P3 in Vallun Chafuol aus, mit dem Ziel nach Zernez zurück zu wandern. Diese Wanderung empfahl uns die freundliche Frau Emmenegger vom tollen Hotel Baer & Post.  

Die Route im Detail:
Vallun Chafuol (P3) 1768 m - Plan Praspöl 1648 m - Murter 2545 m - Chamanna Cluozza 1882 m - Brücke 1804 m - 2126 m - Zernez 1473 m
Höhenunterschied: 1220 m aufwärts, 1500 m abwärts
Zeitangabe auf dem Wegweiser: 7 Stunden. Unsere effektive Wanderzeit: 5 Stunden 45 Minuten

Höhenprofil

Das erste mal war ich im Kanton Graubünden am Wandern, das erste mal befand ich mich im Engadin und somit auch im Schweizerischen Nationalpark. Ich habe mir das zwar alles ganz anders vorgestellt als ich es wahrnahm, enttäuscht darüber bin ich aber dennoch nicht. 
Die Wanderung war landschaftlich toll und interessant. Das einzige was zu Beginn und gegen Ende der langen Wanderung gestört hat war der Lärm der Passstrasse, die durch den Nationalpark führt. Ansonsten bot die Wanderung alles was das Wanderherz erfreut: Schöne Aussichten, eine unberührte, intakte Natur, viele landschaftliche Abwechslungen, feine Düfte, frische Luft, das Beobachten von Wildtieren und noch vieles mehr. Diese Wanderung ist wirklich zu empfehlen, obwohl sie anstrengend und eher weit ist.

Aufstieg zum Murter

Murter 2545 m

Murmeltier

im Abstieg zur Chamanna Cluozza


Blick zurück
Am Freitag, dem Abreisetag fuhren wir nach St. Moritz und ich muss sagen, dass ich das erste und wohl auch das letzte mal dort hingefahren bin. St. Moritz ist ein hässlicher Ort und ich kann nicht verstehen, warum all die reichen Leute dorthin in den Urlaub fahren. Okay, der See ist schön, da konnten wir bei der Umrundung auch ein bisschen dem Lärm und dem Gestank der Autos entfliehen. 

St. Moritz See
Da ich ein grosser Fan vom Oberwallis bin, möchte ich, obwohl nicht repräsentativ, da ich mich nur 3 Tage im Engadin befand und so nur einen kleinen Teil vom Bündnerland gesehen habe, einen kleinen Vergleich zwischen dem Oberwallis und dem Bündnerland, speziell dem Engadin ziehen. Ich frage mich, gibt es im Bündnerland autofreie Orte? Krass überall dieser Verkehr, Lärm und Gestank der Autos. Dem kann man im Wallis besser entfliehen. Generell fand ich die Menschen im Engadin freundlicher als im Wallis, das ist der ganz grosse Pluspunkt der fürs Bündnerland spricht. Zu den Bergen, da steht dem Wallis nichts nach, das Wallis hat die schönsten, bekanntesten und höchsten Berge der Schweiz. Die Landschaft: Auch da gewinnt m. E. das Wallis, weil das Wallis abwechslungsreicher und spezieller und zum Teil mediterran geprägt ist. Das Engadin sah für mich überall gleich aus. Küche: Unentschieden, beide Regionen trumpfen mit ihren köstlichen Spezialitäten auf. Erreichbarkeit: Beide Regionen sind mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln bestens erschlossen: Unentschieden.

Obwohl das Wallis gewonnen hat, mir besser gefällt, möchte ich das Bündnerland trotzdem besser kennen lernen und es zu Fuss durchwandern. Welches sind die schönsten Orte im Kanton Graubünden, welches die schönsten Wanderungen? Wo verbringt man am Besten seine Wanderferien? Wo ist das Bündnerland am Speziellsten, was muss man gesehen haben? Bitte füttern Sie mich mit Tipps, welche ich gerne per Mail an blog.zufussunterwegs at gmail dot com entgegennehme, aber natürlich auch per Kommentar gleich unterhalb dieses Textes. Danke.

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