Samstag, 24. September 2011

Simplon

Ich weiss jetzt gar nicht mit was ich beginnen soll. Der Kopf ist voll von all den tollen Eindrücken. Die Füsse schmerzen. Ich mag eigentlich gar nicht am PC sitzen, würde am liebsten schlafen gehen (21.14 Uhr). Seit Donnerstag trage ich am linken Ohr ein Hörgerät. Die Zugfahrt von Thun nach Brig war laut. Ein Wagen voller Rentner und Rentnerinnen kann schlimmer sein als ein Wagen voller pubertierender Schüler. Und wieder einmal mehr fragte ich mich warum Pensionäre ihre Kaffeefahrt immer am Wochenende unternehmen müssen. Das Postauto nach Domodossola war voll, die Fahrt bis zum Simplonpass war aber angenehm. Eine kräftige Bise wehte auf dem Simplonpass und die Berge ringsherum waren in Wolkenschwaden eingehüllt. Frisch war es also in dieser Gegend und ich bereute die Wahl der heutigen Destination. Aber nicht für lange. Als wir vom Hospiz Richtung Holiecht aufstiegen, wurden auch wir von den Nebelschwaden eingehüllt und meine Freundin wollte umkehren, weil sie frierte. Wir wanderten nun ein wenig schneller und ab und zu konnten sich ein paar Sonnenstrahlen einen Weg durch die Suppe bahnen. Das Wetter wurde glücklicherweise mit zunehmender Dauer immer besser, auch angenehm warm wurde es wieder, so dass wir die Jacken im Rucksack verstauen und die Mittagspause an der wärmenden Sonne machen konnten. Zwischendurch konnten wir sogar die umliegenden Berge bestaunen. Klar wurde der Himmel leider nie. Aber das spielte keine Rolle, die Wanderung war auch so sehr schön. Ja, sie war sogar eine der eindrücklichsten die ich in diesem Jahr unternommen habe. Bei besserem Wetter wäre sie vielleicht sogar die Schönste gewesen. Eines ist klar, das letzte mal war ich heute sicher nicht in dieser sehr speziellen Region am Wandern. Und wieder einmal mehr wurde mir bewusst, wie schön das Wallis ist und wie es mich immer wieder aufs Neue beeindrucken kann mit mir unbekannten Regionen. Simplon, ich komme wieder!
Einen tollen Tourenbeschrieb finden Sie auf der Seite von Simplon Tourismus.

Route: Simplon Hospiz 1997 m - Rottelsee 2028 m - Holiecht - Howang 2024 m - Homatte 2031 m - Spilwang 2197 m -Hobielstafel 2028 m - Simplon Dorf 1472 m 
Zeit: ca. 4 Stunden 30 Minuten
Höhenunterschied: 550 m aufwärts, 1050 m abwärts

Beliebtes Fotosujet: Der Steinadler auf dem Simplonpass

Rottelsee

Die Suppe wollten wir erst zum Znacht
Blick zum Simplonpass

Simplon Dorf

Die Farben wechseln langsam

Samstag, 17. September 2011

Suonenwanderung

Kurze Wanderung - dafür  längerer Text

Es ist schon ein bisschen fies, da ist es während der Woche immer schön und warm, man freut sich auf das Wochenende, auf eine Wanderung, und die Prognosen sehen schlecht aus. Man fährt trotz den trüben Aussichten ins Wallis. Beim Aussteigen aus dem Zug in Ausserberg lächelt einem noch die Sonne entgegen. Man wandert frohen Mutes los und lässt das Geschehene und die Frustrationen der Woche hinter sich. Denn das Wandern ist meine Insel.
Die Wandersaison neigt sich langsam dem Ende entgegen. Die ersten Blätter fallen bereits von den Bäumen. Bald gehören die Berge für ein paar Monate wieder der Spassgesellschaft. Schade konnten wir die heutige Wanderung nicht bis nach Brig fortsetzen. Nach etwa eineinhalb Stunden Wanderzeit setzte, als wir Eggerberg erreichten, der vorangekündigte Regen ein. Wir beschlossen mit dem Lötschberger nach Brig zu fahren und dort Essen zu gehen. Viel zu früh war ich wieder zu Hause. Auf dem Heimweg sah ich auf Plakaten viele hässliche Fratzen, die im Oktober ins Parlament gewählt werden wollen. Und dümmliche Sprüche, dass Schweizer eine bestimmte rechtskonservative Partei wählen. Dann bin ich kein Schweizer in diesem Sinn. Und Stolz darauf kein solcher Hinterwäldler zu sein. Klug auch die Erhöhung des Armee-Budgets mit dem Kauf neuer Kampfjets. Das nennt man man in bürgerlichen Kreisen sparen. Vielleicht kann man mit diesen Kampfjets ja die Masseneinwanderung stoppen? Jedes Land hat das Parlament, das es verdient. Ich ertrage diesen Schwachsinn nicht mehr. An dieser Stelle zensiere ich mich selber.

Strecke: Auf dem Südrampenweg von Ausserberg nach Eggerberg
Zeit: 1 Stunde 30 Minuten

Hängebrücke über den Bietschbach

Eggerberg (im Hintergrund das Waldbrandgebiet vom April - unten Lonzawerk in Visp)

Sonntag, 11. September 2011

Grächen

Die mit dem heutigen Tage zu Ende gehende Woche war sehr anstrengend. Gestern Samstag musste ich sogar noch bis 14 Uhr arbeiten. Um 15 Uhr unternahm ich bei diesem super schönen Wetter noch eine kleinere Velotour von hier nach Wichtrach und zurück (ca. 30 km) und konnte so gut abschalten und mich ins kurze Wochenende einstimmen.
Darum musste es heute wieder ins Wallis gehen. Ich habe es vermisst. Es zieht mich immer wieder dorthin. Ohne Wallis kann ich nicht mehr sein. Derzeit überlegen wir uns, wo wir im nächsten Sommer unsere Ferien verbringen wollen. Klar ist, dass wir nicht mehr nach Fiesch gehen werden, obwohl wir dort jeweils ein super Ferienhaus mieten konnten, wo wir uns total wohl und sogar zu Hause fühlten. Ich werde es vermissen. Meine Freundin möchte wenn möglich nicht mehr ins Wallis, trotzdem fuhren wir heute zur Rekognoszierung nach Grächen, mit dem Ziel, bloss eine leichte Wanderung zu unternehmen.
Grächen habe ich mir anders vorgestellt. Nein, enttäuscht bin ich nicht, aber auch nicht sooo begeistert. Ich dachte, Grächen sei zum Teil autofrei und man dürfe bloss bis kurz vors Zentrum fahren, das Dorf und die Umgebung seien dann lärm- und geruchsfrei. Dem ist leider aber nicht so. Jänusode. Mindestens ein Sympathiepunkt minus.
Ab Visp fährt das Postauto ab und zu direkt nach Grächen, was die Anreise ein wenig angenehmer macht. Nach der Ankunft in Grächen schlenderten wir durchs Dorf, folgten dem Wanderweg "Rundweg Waldweg" (oder so ähnlich), wanderten später der Drieri Suone entlang bis wir dem Wegweiser "Z'Seew" folgten. Wir stiegen zum idyllischen Grächener See ab, schossen dort ein paar Fotos und wanderten wieder aufwärts, dieses mal zur Bineri und zur Eggeri Suon auf. Auf dem Hüterweg der Eggeri liefen wir bis Bärgji, von wo wir uns auf den Rückweg nach Grächen machten. Für diese kleine Wanderung benötigten wir ca. 3 Stunden, dies bei einem gemächlicheren Tempo als sonst.

Z'Seew (Grächner See)

Eggeri Suon

Montag, 5. September 2011

Alpstein

Samstag, 3. September 2011

Tagwache: 04.40 Uhr. 05.35 h Abfahrt via Bern, Zürich, Gossau, Wasserauen auf die Ebenalp.

Gewandert mit: Ralph, Marcel und Pesche. Die gemeinsame 3. Wanderung nach 2009 (Brienzer Rothorn) und 2010 (Faulhorn).

Schöne, aber anspruchsvolle und zum Teil luftige Bergtour durch das Alpsteingebiet. Gutes Schuhwerk, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit werden vorausgesetzt! Aus zeitgründen nur kurz:

Route: Ebenalp 1640 m - Schäfler 1925 m - Lötzlisalpsattel 1900 m - Öhrli 2119 m - Rossegg 2175 m - Blau Schnee - Säntis 2501 m - Lisengrat - Rotsteinpass 2122 m
Höhenunterschied: ca. 1000 m aufwärts, 500 m abwärts
Zeit: ca. 5 Stunden 


Schäfler mit Blick zum Säntis

Zuerst verläuft der Weg noch auf dem Grat (siehe Bild oben), geht dann nach einem kurzen Abstieg aber unterhalb des Felsens entlang, bevor es wieder steil aufwärts geht und ich von Krämpfen, die mich noch den ganzen Tag lang begleiteten, geplagt wurde.

Der Säntis naht
Völkerwanderung auf den Säntis

Lisengrat
Lisengrat II

Sonntag, 4. September 2011

Gut geschlafen habe ich in der Unterkunft auf dem Rotsteinpass nicht. Dementsprechend waren wir alle früh auf. Als ich vor dem Frühstück um 06.30 h draussen meine erste Zigi rauchte, regnete es. Am Frühstückstisch entschieden wir, nicht die geplante Wanderung auf den Altmann und den Hohen Kasten zu unternehmen, da dies bei dieser Witterung zu heikel gewesen wäre. Wir wanderten zuerst mal abwärts Richtung Meglisalp. Da sich nun die Sonne wieder zeigte, entschieden wir uns beim Spitzigstein wieder in die Höhe zu steigen und via Widderalp nach Bollenwees zu wandern, wo wir im Bergrestaurant die Mittagspause machten und später nach Brülisau wanderten, von wo wir uns nach 15 Uhr auf den langen Heimweg machten.


Route: Rotsteinpass 2122 m - Spitzigstein 1617 m - Widderalpsattel 1856 m - Widderalp 1644 m - Bollenwees 1470 m - Sämtissersee 1209 m - Brülisau 922 m
Höhenunterschied: ca. 300 m aufwärts, 1200 m abwärts
Zeit: ca. 5 Stunden

Rotsteinpass, Lisengrat, Säntis

Fählensee