Samstag, 16. August 2014

Von 30 auf 3 ° / Glück im Unglück

Von Donnerstag bis heute Samstag waren wir auf der Bettmeralp. Meine Mutter, meine Schwester und ihr Partner verbringen derzeit ihre alljährlichen Sommerferien auf der Bettmeralp. 

An unserem Ankunftstag am Donnerstag war das Wetter noch so grad annehmbar, trotz Sonnenschein war es kühl. Was für eine Umstellung gegenüber der letzten Woche im Tessin, als es angenehme 30 Grad warm war. In der Nacht sank das Thermometer auf der Bettmeralp bis auf 3 Grad runter. Es war saukalt! Dazu regnete es dann auch noch täglich. Der Kurzurlaub war ein Graus.

Aber das Schlimmste passierte am Donnerstagabend. Zuerst machten wir uns nach der Ankunft und dem Zimmerbezug zu Fünft auf eine kleine Rundwanderung von der Bettmeralp zur Riederalp und wieder zurück.

Am Abend gingen meine Freundin und ich zusammen fein essen. Am Abend wärmten wir uns im hoteleigenen Whirlpool auf. Danach geschah das Unglück. Meine Freundin rutschte beim Verlassen des Whirlpools aus, stürzte auf den Rücken und schlug sich den Kopf an der Treppe an. 

Nach der ärztlichen Untersuchung durch Dr. Jenewein stellte sich heraus, dass sich meine Freundin "nur" schwere Prellungen am Kopf, am Rücken und am Ellenbogen zugezogen hat. Gottlob geschah nichts Schlimmeres! Dennoch muss sie sich nun schonen und kann derzeit keine Wanderungen mehr machen. Auch sonst ist sie eingeschränkt und auf meine Hilfe angewiesen, da sie nach wie vor starke Schmerzen hat.

Unsere Ferien endeten nicht gerade versöhnlich.

Rappental, Eggerhorn, Bettmeralp

Bettmerhorn, Bettmersee

Riederhorn, Riederfurka, Riederalp

Zoom zum Simplonpass

Glishorn, Brig, Bettmeralp

Dienstag, 12. August 2014

3-Seenwanderung Zermatt

Kurz vor 12 Uhr kommen wir auf dem Blauherd an. Auf 2500 m ü. M. ist es kühl. Die ganze Zermatter Bergwelt verhüllt sich in Wolkenfetzen.

Auf dem Blauherd gibt es nichts zu fotografieren, ah doch, da befindet sich eine Herde der putzigen Schwarznasenschafe, die sich von den zahlreichen Touristen wie Models ablichten lässt:


Weiter in die Höhe Richtung Rothorn zu wandern, macht bei diesem Wetter keinen Sinn. Wir nehmen den kürzesten Weg zum Stellisee in Angriff. Dies sollte nur 15 Minuten dauern. Am Wegrand gibt es eine Vielfalt von Alpenblumen zu bestaunen. Sogar Edelweisse hat es hier. Doch irgendwie will meine Kamera heute keine scharfen Bilder von den Blumen schiessen. Ob es am Wetter liegt? Und irgendwie habe ich in der letzten Woche im Tessin meine Kamera verstellt. Ich muss wohl wieder auf ein einfacheres Modell umsteigen...


Viele Fotos vom Matterhorn werden vom Stellisee aus geknipst (mit der Spiegelung im See). Die einzige Aussicht, die uns heute vom Stellisee aus bietet, ist die Sicht zum Bergrestaurant Fluhalp. Am See halten wir uns nicht lange auf, wir wandern weiter zum Grindjesee, der weiter unten liegt (100 Hm), und hoffentlich ist dort unten besseres Wetter. Auf dem Abstiegsweg können wir noch Murmelis sehen:


Auf dem Weg zum Grindjesee gelingen mir und der Kamera endlich ein einigermassen zufriedenstellendes Bild eines Edelweisses:



Je weiter wir absteigen, desto besser wird endlich das Wetter. Zermatt und seine schöne Bergwelt bieten leider nicht nur schöne Anblicke wie das Bild des Mosjesees zeigt. Es wird nach wie vor viel gebaut in der Zermatter Bergwelt (und das alles nur für den Wintersport). Für uns ist klar, dass wir den 5-Seen-Wanderweg nicht in seiner ganzen Länge abwandern werden. Wir haben keine Lust auf Lärm von Baggern und Baumaschinen in der "heilen" Bergwelt.


Wir besuchen den Grindjesee. An diesem idyllischen Flecken machen wir eine längere Pause und geniessen die wärmende Sonne



Auf dem Weiterweg zum Grünsee öffnet sich nun endlich der Blick zum Matterhorn:


Die Landschaft und die Artenvielfalt der Blumen fasziniert uns. Schade wurde hier durch den Menschen so stark in die Natur eingegriffen, es könnte hier noch viel schöner aussehen ohne die breiten Skipisten, Beschneiungsanlagen, Masten, Forstwege usw. 


Jetzt ist sogar das Rothorn zu sehen, die Gegend, die bei unserer Ankunft noch im Nebel lag:


Nach einem kurzen und leichten Aufstieg gelangen wir beim Grünsee an:


Nach einer Stärkung im Bergrestaurant Grünsee wandern wir zur Riffelalp weiter. Leider verpassen wir den Weg, auf dem wir vor einem Jahr von der Riffelalp herkommend zum Grünsee wanderten. Für mich war dieses Wegstück eines der schönsten, das ich jemals gegangen bin.

Aber auch dieser Weg, der kurz vor der Station Riffelalp auf der Skipiste entlang führt, bietet schöne Ausblicke, wie hier auf Findeln:


So übel ist dieses "falsche" Wegstück dennoch nicht, trotzdem bin ich noch ein wenig enttäuscht den falschen Weg genommen zu haben.


Kurz vor der Station Riffelalp kann man auf Zermatt hinunter blicken:


Heute nahmen wir es gemütlich. Mit der Gornergratbahn fahren wir nach Zermatt hinab. Vom Bähnchen aus schoss ich folgende zwei Bilder. Das Erste zeigt das Mattertal mit dem Dorf Randa (und dem Felssturzgebiet), das Zweite den hinter uns fahrenden Zug in der Nähe des Findelbaches:



Im Dorf Zermatt drehen wir noch eine Runde und decken uns noch mit Köstlichkeiten ein. In Zermatt gibt es noch einen alten, historischen Dorfteil:


Insgesamt waren wir heute rein wandernd etwa nur 2 Stunden unterwegs. Nennenswerte Höhenmeter legten wir dabei keine zurück. Wir starteten auf dem Blauherd auf 2571 m ü. M., stiegen dann zum Stellisee (2537 m) ab, auf dem 5-Seenweg wanderten wir gemütlich weiter zum Grindjesse (2337 m) und dem Grünsee (2300 m). Die Wanderung beendeten wir bei der Station Riffelalp (2211 m).

Sonntag, 10. August 2014

Von Bern nach Belp

Ein weiterer Spaziergang, den ich hier dokumentiere, was ich sonst in einem "normalen" Sommer nicht mache, weil dann gäbe es ja genug Berichte von Bergwanderungen. Eigentlich wollten wir heute ja Wandern gehen, irgendwo in die Berge, ins Berner Oberland. Wir haben noch Ferien, da mögen wir den Wecker nicht stellen, so schliefen wir heute etwas gar lange, es lohnte sich nicht mehr in die Ferne zu schweifen.

Obwohl ich gestern nicht gerne zurück aus den Ferien nach Bern kam, ist es hier ja trotzdem gar nicht so übel, auch hier kann man schöne Dinge, aber nur bei schönem Wetter, unternehmen. Im Sommer lässt es sich hier gut leben.

Ich mag den Berner Hauptbahnhof gar nicht, er ist für viele Touristen der erste Eindruck den sie von der Stadt Bern erhalten. Meiner Meinung nach ist dies ein schlechter erster Eindruck. Der Bahnhof ist alt, finster, muffig, eng, dreckig, auch zieht es dort immer durch die Perrons durch. Und der Berner ist ein langsamer Mensch, er bewegt sich wie in Zeitlupe und ist verträumt. Das nervt. Der Bahnhof ist kein Ort, an dem ich lange verweilen mag.

Den heutigen Spaziergang starteten wir vom Bahnhof in Bern aus. Bei der Kleinen Schanze wanderten wir ins Marzili hinunter. Dort spazierten wir alles der Aare entlang via Tierpark bis zur Auguetbrücke. Am Belper Flugplatz vorbei gings dann weiter zum Bahnhof in Belp. Heute waren wir etwa zweieinhalb Stunden zu Fuss unterwegs. Ein typischer Berner, ich bin zwar auch einer, braucht für diese Strecke wohl einiges länger...

Mal schauen, ob es nächste Woche mal wieder einmal ins Wallis gehen wird. Ich hätte dort nämlich schon noch die einte oder andere Wanderung in diesem Nicht-Sommer unternehmen wollen in diesen Ferien. Aber wenigstens durften wir den Sommer im Tessin so richtig auskosten. Ti amo Ticino!

Eines von vielen netten Plätzchen zum Verweilen an der Aare

Beim Flugplatz Belpmoos

Irgend so ein Flugdings



Mittwoch, 6. August 2014

Rundwanderung im Val Lavizzara

Auch an diesem Mittwoch war es sommerlich warm und schön im Tessin. Nach der anstrengenden Wanderung vom Montag gönnten wir uns am Dienstag einen gemütlichen Tag, an dem wir aber nicht untätig waren. Die Ferien bestehen ja nicht nur aus Wandern.

Die Fahrt mit dem Bus und dem Postauto dauert von Locarno nach Fusio 2 Stunden, gemäss Fahrplan sollte dies aber "nur" 1 Stunde und 45 Minuten gehen. Schon die Postautofahrt von Bignasco, zuhinterst im Maggiatal gelegen, nach Fusio ist ein kleines Abenteuer und eine Reise wert. Auf dieser Fahrt bekommt man die berühmte Kirche in Mogno zu Gesicht, die der berühmte Architekt Mario Botta erbaute.

In Fusio war es vorbei mit der sommerlichen Wärme. Bei der Postautohaltestelle findet man zahlreiche Wegweiser. Wir nahmen den Weg zum Lago die Mognola unter die Füsse. Das ganze Wegstück bis zum See ist sehr steil. Die auf dem Wegweiser angegebene Zeit von 2 Stunden ist sehr sportlich gemessen, wir schafften die Zeit gerade knapp. Der Aufstiegsweg ist bestens ausgeschildert und unterhalten. Zudem gibt es viele Informationstafeln, die über die passierten Orte informieren. Oben am wunderschön idyllischen Lago die Mognola angekommen, gönnten wir uns eine einstündige Mittagspause. 

Voller Vorfreude machten wir uns danach auf den Weg zum Acquedetto di Canaa, einem Wasserkanal, der zur Bewässerung der Stafeln Cort du Sass und Cort Mézz dient, ähnlich wie die Suonen im Wallis. Das Wasser wird dafür auf 2070 m am Ri Canaa abgeleitet. Der Kanal war bis zum Jahr 1957 in Betrieb, danach wurde er durch unterirdische Rohre ersetzt. Zwischen 1997 und 2005 wurde der 447 m lange Kanal restauriert. 

Der Abstiegsweg nach Vacarisc ist wild und steil. Danach wandert man auf dem Aufstiegsweg nach Fusio hinunter.

Strecke: Fusio 1281 m - Vacarisc 1496 m - Córt Mognola 1842 m - Lago di Mognola 2003 m - Acquedotto di Canaa 2079 m - Corte del Sasso 1977 m - Vacarisc 1496 m - Fusio 1281 m
Höhenunterschied: 800 m auf- und abwärts
Zeit: 4 Stunden


Schöner Aufstiegsweg

Im Aufstieg von Corte Mognola zum Lago di Mognola

Lago di Mognola

Noch blühende Alpenrosen

Acquedotto Canaa



Die Hüterwege an den Suonen im Wallis sind komfortabler zu gehen



Lago del Sambuco

Val Lavizzara

Fusio



Montag, 4. August 2014

Vom Centovalli an den Langensee

Mit dem Centovallibähnli fuhren wir von Locarno nach Fta di Verdasio, mit der kleinen Luftseilbahn, welche Platz für 7 Personen bietet, gondelten wir ins autofreie Dörfchen Rasa.

An den Alpen Monti und Termine vorbei wanderten wir fast ausschliesslich durch Wald immer sanft ansteigend nach Pian di Pio. Als wir die Krete erreichten, konnten wir den Lago Maggiore erblicken. Danach ging es auf einem schönen und aussichtsreichen Höhenweg zum Corona dei Pinci. Hier entschieden wir uns, direkt nach Ascona (2 Std.) abzusteigen. Die Wegfindung war teilweise etwas schwierig, die Wege waren oft sehr steil. Im Gebiet des Monte Veritas kannten wir uns dann aus, wir waren hier im Frühling bereits schon auf einer schönen Wanderung, weshalb wir um nach Ascona zu gelangen, eine Abkürzung nahmen.

Mit dem Schiff fuhren wir von Ascona nach Locarno.

Strecke: Rasa 898 m - Monti 983 m - Termine 997 m - Punkt 1306 m - Corona di Pinz 1294 m - Prato Cortella 556 m - Monte Verità 332 m - Ascona 196 m
Höhenunterschied: 450 m aufwärts, 1200 m abwärts
Zeit: 5 Stunden

Luftseilbahn Rasa

Rasa

Centovalli

Lago Maggiore

Aussichtsreiche Mittagsrast

Schöner Panoramaweg

Maggiadelta: Locarno / Ascona

Magadinoebene

Brissagoinseln

Wilder, steiler Abstiegsweg

Ascona vom Schiff aus



Sonntag, 3. August 2014

Von Gordola nach Tenero

Wir verbringen unsere Sommerferien im Tessin, im Sopraceneri in Gordola, welches in der Nähe von Locarno liegt. An unserem Ankunftstag am gestrigen Samstag goss es den ganzen Tag wie aus Kübeln, auch heute tat es dies bis um etwa 15 Uhr.

Wir kriegten schon fast den Koller, als die Sonne kam, entschlossen wir uns nach Locarno zu wandern, ab Tenero dem Ufer des Lago Maggiores entlang.

Zeit: Etwa 1 Stunde und 30 Minuten

Die Verzasca bei Gordola 

Locarno bereitet sich aufs Filmfestival vor


Aussicht vom Ferienhaus auf Locarno