Montag, 19. Juni 2017

Ungeplant ans Niwärch

Wann klappt es mit dem Lötschentaler Höhenweg?

Wir planten heute den schon lange auf der Wunschliste stehenden Lötschentaler Höhenweg unter die Füsse zu nehmen. Die gesamte 2. Klasse der Doppelkompoistion des BLS Lötschbergers, welcher um 09.39 Uhr nach Brig fährt, war reserviert! Wir schritten im Bahnhof Bern den gesamten Zug ab, alles war für Schulklassen reserviert. Wir konnten's kaum glauben, so etwas erlebten wir noch nie und so etwas schafft wohl nur die BLS. Ich erkundigte mich bei der Zugbegleiterin ob das stimmen könne, ihre läppische Antwort war, dass wir sicher noch ein Plätzchen zum Sitzen finden werden. 

Wir und noch andere Reisende mit einem Ticket oder Abo für die 2. Klasse setzten uns in die 1. Klasse, da hatte es noch genügend Platz. Ein Klassenwechsel für Doris und mich hätte wohl so um die 30 Stutz gekostet, die ich auch gezahlt hätte. Bei der Kontrolle erliess uns die Zugbegleiterin den Zuschlag und wir konnten bis Frutigen gratis in der 1. Klasse fahren. Danke BLS ;-)

Sie fragen sich jetzt sicher, warum wir denn doch nicht in Goppenstein den Lötschberger verliessen um Richtung Lötschentaler Höhenweg zu fahren? Der Grund ist simpel. Einige Schulklassen fuhren bis Goppenstein, dort hätte es im Postauto und dann in der Luftseilbahn zur Lauchernalp sicherlich wieder ein Gedränge gegeben. Auf der Rückreise wäre dann sicher auch wieder alles reserviert gewesen. 

Wir mussten dann kurzfristig umplanen. Da kam uns an der Südrampe die Suone Niwärch in den Sinn, dort würden wir sicherlich keine Schulklassen antreffen. Und auf dem Heimweg wollten wir unten durch durch den Basistunnel zurück nach Bern fahren. Dort ist sicher nicht die gesamte 2. Klasse für Schulklassen reserviert...

Es war sehr warm in Ausserberg. Wir entschieden uns zum Weiler Niwärch aufzusteigen anstatt auf der Strasse nach Choruderri zu laufen. Vom Weiler Niwärch wanderten wir dann an der Suone Niwärch in Richtung Choruderri. Bei der Ankunft machten wir die Mittagspause. Danach ging es der Suone Niwärch entlang nach Ze Steinu, wo wir nochmals eine Pause einlegten und tranken. An der Gorperi Suone liefen wir aus dem Baltschiedertal auswärts Richtung Eggen und Eggerberg. Für diese beide Suonen muss man schwindelfrei und trittsicher sein.

Nach mehr als 3 Stunden reiner Wanderzeit trafen wir im Eggerberg ein. Im Restaurant Bergsonne wollten wir Einkehren um etwas Kühles zu trinken. Wir setzten uns auf die Terrasse und wurden nicht bedient. Auch im Restaurant drinnen war niemand anzutreffen. Dann zogen wir durstig von dannen und fuhren mit dem Lötschberger nach Brig. Das Restaurant Bergsonne ist wohl nicht auf Umsatz aus.

Strecke: Ausserberg Bahnhof 931 m - Niwärch Weiler 1189 m - Niwärch Suone - Choruderri 1264 m - Niwärch Suone - Ze Steinu 1296 m - Gorperi Suone - Eggen 1049 m - Eggerberg Station 852 m
Höhenunterschied: 375 m aufwärts, 450 m abwärts
Zeit: 3 Stunden und 15 Minuten

Ausserberg

Visp

Niwärch (Ort)

Eringer am Niwärch

Einzigartige Südrampe

Niwärch Suone

Am Niwärch bei Choruderri

An der historischen Wasserleite Niwärch im Baltschiedertal



Gorperi Suone auf der gegenüberliegenden Talseite



Baltschiedertal bei Ze Steinu, wo wir die Talseite wechselten

Gorperi Suone

Blick zurück


Gorperi - die Suone mit den vielen Tunneln

Eggerberg

Es ist trocken im Wallis und an der Südrampe. Abstieg nach Eggerberg


Kommentare:

  1. Der Text ist herrlich zum Lesen, danke! Auch wir haben schon über-übervolle Postautos erlebt in Goppenstein.
    Alternativ ist auch der vordere Teil vom Lötschentaler Höhenweg schön zum Wandern: Ab Goppenstein hoch zur Faldumalp, dort verläuft der erste Teil vom Höhenweg bis zur Lauchernalp. Es hat auch schöne Wege runter nach Kippel oder Ferden.
    Unsere Wanderung im Gebiet:
    http://hundewanderungen.blogspot.ch/2014/09/von-kippel-uber-die-faldumalp-nach.html
    Gruss vom Werner und Timi

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    1. hättest mir das früher sagen sollen, jetzt ist es zu spät :-)

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  2. hoi Roland

    euch schreckt wirklich nichts vom Wallis ab. Obwohl ich auch gerne im Wallis bin, würde ich von Bern aus viel mehr ins Oberland fahren.Ich liebe halt die Abwechslung und immer Neues entdecken finde ich spannend. Na ja jedem das Seine - Hauptsache ihr geniesst es das die Hauptsache. Gruess Jürg

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    1. Hallo Jürg, doch doch, das Jodlerfest wird mich vom Wallis abschrecken :-)

      Erstens wohnten und arbeiteten wir von 1997 bis 2006 im östlichen Berner Oberland und kennen dort wohl jeden Berg (halt noch vor der Bloggerzeit). Das Oberland kennen wir bereits und finden das Wallis 1000 mal schöner und spezieller.

      Zweitens: Das Wallis ist schneller und besser per ÖV zu erreichen, die Berner Alpen sehen wir von der Haustüre aus - die viel zahlreicheren, schöneren und höheren Walliser Berge nicht, die Walliser sind gäbiger als die knurrigen Oberländer ;-), das Bier schmeckt besser im Wallis, die Gletscher sind grösser und länger und gemütlicher zu erreichen, die Bergbahnen fahren jetzt schon im Juni, in einigen Zubringerbahnen zahlt man nix mit GA, im Wallis gibt es die Suonen, im Wallis fühle ich mich immer wie in den Ferien, das Wetter ist meistens besser, es ist wärmer und sonniger, die Natur ist intakter, die Flora reichhaltiger im Wallis, es gibt viele autofreie Orte = die Luft ist besser, im Wallis gibt es Aprikosen und vielen guten Wein, nirgends im Alpenraum gibt es mehr 4000er Berge als im Wallis, das Wallis hat eigene Nutztiere: Schwarznasenschafe, Saaser Mutten, Eringer Kühe, Schwarzhalsziegen. Und noch vieles mehr.

      Wenn wir in Zürich wohnen würden, würden wir mehr ins Bündnerland und jetzt mit dem Gotthardbasistunnel ins Tessin wandern gehen - ist von Bern zu weit weg für eine Tageswanderung. Die Sommerferien im August werden wir in Bergün GR verbringen, dort ist's auch schön.

      Gruss

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    2. ok, geb mich geschlagen ob deinen Argumenten - smile . Gruess Jürg

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