Samstag, 26. April 2014

Bisse de Clavau et Bisse de Sillonin

Rundwanderung über St-Léonard

Mit mir und insbesondere mit der Welt bin ich nun wieder im Reinen. Das war bis gestern nicht der Fall. Zu viel nagt an mir wegen der Arbeit. Dinge, die ich nicht verstehen und schon gar nicht ändern kann. Die heutige Wanderung diente dazu, den Kopf zu lüften und zu leeren. Das gelang gut, erst recht bei diesem sehr schönen Wetter heute im wunderbaren Wallis. 

Wir können noch so viel entdecken im Wallis. Jetzt wagen wir uns vermehrt ins uns noch eher unbekannte Unterwallis. 

Die Wanderung ist Suonenfans sehr zu empfehlen, die beiden Bissen bieten alles was ein Suonenherz erfreut. Auch bestens signalisiert ist diese Wanderung ab dem Bahnhof in St-Léonard. Beim Start folge man dem Wegweiser "Sion / Bisse de Clavau", bis man nach einem steilen Aufstieg auf der Höhe von 657 Metern auf den Bisse de Clavau trifft. Wer hier dem Lauf des Bisses folgt, gelangt nach Sion. Wir wanderten aber seiner Schöpfe in der Liène Schlucht entgegen. Der Bisse de Clavau dient zur Bewässerung der Rebberge, durch die es zu Beginn der Wanderung auch ging. Auf dem Weg trifft man immer wieder auf interessante Infotafeln, die über die Besonderheiten des Wallis und der Region aufklären. 

Je weiter man in die Schlucht der Liène gelangt, desto spektakulärer wird diese Bissenwanderung; das Gelände wird abschüssiger und einmal geht es durch einen schmalen und tiefen Tunnel, der aber beleuchtet ist. Auf der anderen Talseite ist der abenteuerliche Wegverlauf der Bisse de Sillonin durch eine senkrechte Felswand auszumachen. Um dorthin zu gelangen, überqueren wir bei Les Hombes die Liène, wechseln dabei die Talseite und müssen noch einen längeren Aufstieg durch einen lauschigen Wald in Angriff nehmen.

Zu Beginn verläuft der Bisse de Sillonin unterirdisch in Rohren. Bevor die Felspassage kommt, taucht der Bisse an die Oberfläche und stürzt sich als Wasserfall unterhalb des Weges wieder in den Untergrund. Uns gefällt die luftige Passage durch die senkrecht abfallende Felswand, Erinnerungen ans Niwärch werden wach. Bei Les Planisses folgen wir noch ein Weilchen dem hier nun ruhig vor sich hin plätschernden Bisse und machen auf einem Bissenbänkchen eine längere Pause, wo wir die Sonne genossen.

Via Les Planisses machten wir uns auf den Abstieg nach St-Léonard.

Strecke: St-Léonard 498 m - Maya - Bisse de Clavau - Les Hombes 690 m - Bisse de Sillonin - Les Planisses 722 m - St-Léonard 498 m
Höhenunterschied: 450 m auf- und abwärts
Zeit: 3 Stunden und 30 Minuten

St-Léonard

Bisse de Clavau

Durch die Mitte der Felswand auf der Gegenseite führt der Hüterweg des Bisse de Sillonin

Bisse de Clavau - das Wasser fliesst durch einen Stollen

Ausgang des schmalen Stollens 

Hier fliesst der Bisse de Sillonin unterirdisch durch Rohre

Hier wird der Bisse zum Wasserfall

Luftige Passage durch die senkrecht abfallende Felswand

Blick zurück

Unterhalb der Bildmitte: Bisse de Clavau

Noch einmal die Felsenpassage des Bisse de Sillonin

Auf diesem originellen Bissenbänkchen genossen wir die Sonne und den Ausblick ins Rhonetal

Tourbillon, Sion


Freitag, 18. April 2014

Mit meinen Eltern an der Südrampe

Freiziet ist Nicht-Sonnenzeit - das scheint sich in diesem doch sonst recht schönen Frühling leider zu festigen. 

Meine Eltern gehen dem Pensionsalter zu und beide haben sie ihr Leben lang hart körperlich arbeiten müssen. Meine Mutter und mein Vater haben grosse Probleme mit den Knien. Lange Touren und Wanderungen mit längeren, steilen Abstiegen können sie leider nicht mehr unternehmen. Vor 3 Jahren wanderten wir gemeinsam, ebenfalls an einem Karfreitag, von Hohtenn nach Ausserberg. Diese Wanderung wäre für sie heute (wohl) nicht mehr möglich...

Deshalb gab es heute bloss eine Kurzwanderung von Ausserberg nach Eggerberg. Dem schlechten Wetter wegen gingen wir nicht weiter bis nach Lalden.











Samstag, 12. April 2014

Alpe Raaft und Alpe Leiggern

Rundwanderung über Ausserberg bei besch... eidenem Wetter

Mittlerweile dominieren die positiven Eindrücke der heutigen Wanderung in meiner Lieblingsgegend. Auf der Wanderung habe ich aber schon ein paar mal geflucht wie ein Rohrspatz. Ich war nämlich gar nicht zufrieden mit dem Wetter und den Wetterprognosen. Weder SF Meteo noch die (sicherlich gut bezahlten) Bündeler von MeteoSchweiz sind in der Lage, verlässliche Prognosen zu erstellen. Mich ärgerte zudem, dass ausgerechnet wieder der Samstag der Tag mit dem schlechtesten Wetter der Woche sein wird. Da sitzt man drum von Montag bis Freitag bei schönstem Wetter im Büro und freut sich jeden Tag aufs Wochenende, auf eine Wanderung bei gleichem sonnigen Wetter. Und dann das.

Zuerst sah das Wetter ja noch vielversprechend aus, wir starteten bei Sonnenschein. Je näher wir der Alpe Raaft kamen, desto bewölkter, windiger und frischer wurde es. Zu einer Wanderung an der "Südrampe" gehört für mich Sonnenschein und der Duft nach Harz der Bergföhren einfach dazu, so wie das Amen in der Kirche. Das fehlte heute und enttäuschte mich. Die Wanderung war aber trotzdem sehr schön. Sie tat gut. Und ja, ich genoss sie in vollen Zügen. Seit einem halben Jahr war ich nämlich nicht mehr dort. Dort, wo ich immer sein möchte. Obwohl ich mich dort nach wie vor immer noch fremd und nicht willkommen fühle.

Wir begegneten der Mittla und der Niwärch Suon. Den Aussichtspunkt Trossibodu über der Alpe Leiggern verpassten wir. Ich weiss wo wir den falschen Weg (Abstieg) genommen haben. Schlimm ist dies nicht, zu dieser Zeit regnete es leicht und der Wind war zu stark und zu frisch.

Und nun bin ich zu müde um mehr zu schreiben, ich will jetzt dann noch meine müden Beine hochlagern.

Strecke: Ausserberg Dorf 1008 m - Niwärch 1189 m - Raaft 1589 m - Leiggern 1578 m - Niwärch 1189 m - Ausserberg Bahnhof 931 m
Höhenunterschied: 800 m aufwärts, 900 m abwärts
Zeit: 4 Stunden

Sie gehören einfach zum Wallis: Die Schwarzhalsziegen

Weiler Niwärch

Suone Niwärch

Ausserberg, Niwärch

Raaft

Über Raaft unterwegs nach Leiggern


Mischabel

Visp, Ausserberg

Alpe Leiggern


Samstag, 5. April 2014

Bisse de Planige (Bisse Neuf) und Grossi von Varen

Mit dem Ferienende starteten wir heute die Suonensaison und wanderten von Darnona nach Salgesch.

Mit den SBB reisten wir via Visp nach Sierre. Mit der Standseilbahn, die nach Crans-Montana fährt, fuhren wir nach Darnona (3. Station, unbedingt den Halteknopf drücken). Von dieser Haltestelle geht es etwa 25 Minuten meist eben zum Einstieg auf den Hüterweg der Bisse Neuf. Der Weg ist immer bestens markiert und ausgeschildert.

Die Bisse Planiage, oder Bisse Neuf, wie sie angeschrieben ist auf den Wanderwegweisern, führt am Schluss, oder eben zum Beginn der Wanderung, fast kein Wasser. Erst gegen die Raspilleschlucht zu sprudelt das Wasser so richtig. Bei La Poprija endet (oder beginnt die Bisse Planige) die Bisse Neuf-Wanderung. Der Wanderweg steigt hier etwa 100 Höhenmeter zur Grossi Wasserleitu von Varen hoch. 

Die Grossi Wasserleitu führt noch kein Wasser. Trotzdem ist es schön an ihrem Lauf entlang zu wandern, zudem sich ab und zu noch die Sonne zeigt. Bei Gulantschi verlassen wir die Suone und steigen durch einen schönen Wald via Tschangerang nach Salgesch ab. 

Das Wetter war wie erwartet nicht gerade berauschend, es war zum Wandern aber angenehm, zumal sich zu Beginn der Wanderung die Sonne zeigte, aber auch an der wunderschönen Grossi Wasserleitu durften wir noch ein paar Sonnenstrahlen geniessen. Die gemütliche Wanderung in einer wunderschönen Gegend genossen wir in vollen Zügen - es gibt ja nicht viel Schöneres, als an einer Suone entlang zu wandern.

Strecke: Darnona 886 m - Retana 852 m - Bisse Neuf - Ziettes - La Poprija 991 m - Grossi Wasserleitu - Gulantschi - Tschangerang 731 m - Salgesch Bahnhof 576 m
Höhenunterschied: 350 m aufwärts, 700 m abwärts
Zeit: 3 Stunden und 30 Minuten

Start bei Sonnenschien in Darnona

Sierre

Bisse de Planige (Bisse Neuf)

Hier ist der Bisse wasserführend


Salgesch

Pfynwald

Grossi Wasserleitu

Abstieg mit Hindernissen

Mengis Suone

Über Salgesch die Grossi Wasserleitu (oben) und die Mengis Suone (unten)

Dienstag, 1. April 2014

Es hätte eine der schönsten Wanderungen sein können...

... wenn wir den richtigen Weg genommen hätten. Oder waren wir einfach nur blind? Lag es am Datum, am 1. April?

Der Reihe nach: Am Montag reisten wir nach Ascona, unternahmen am Nachmittag nach dem Zimmerbezug einen längeren Spaziergang am Lago Maggiore entlang. Am Dienstag fuhren wir mit dem Bus nach Locarno, anschliessend mit der S-Bahn via Giubiasco nach Lugano-Paradiso. Mit der Standseilbahn ging's auf den Monte San Salvatore hoch (Fr. 9.00 mit GA), dem Zuckerhut von Lugano. Von der Bergstation bestiegen wir in einem kurzen Fussmarsch den Gipfel des San Salvatore und das Dach der Kirche, das als Aussichtsplattform dient. Die Rundumsicht von dort oben ist genial.

Alles stimmte zu diesem Zeitpunkt und voller Freude nahmen wir den fast 4-stündigen Fussmarsch nach Morcote in Angriff. Zuerst ging es bergabwärts durch einen schönen Wald. Und auf einmal befanden wir uns in San Grato, wo es einen Botanischen Garten hat. Ihn wollten wir unbedingt besuchen. Ein Schild, das auf den Park hinwies, sahen wir zwar. Aber dem markierten Wanderweg folgend, verpassten wir den Park irgendwie oder sahen ihn einfach nicht. Wir wanderten weiter. Nun ging es ein langes Stück durch schattigen Wald, diesen Wegabschnitt empfand ich als monoton. Glücklich war ich, als wir die Alpe Vicania erreichten. Ein herrlicher Fleck! 

Der Abstieg nach Morcote auf den vielen Treppenstufen war sehr anstrengend, aber sehr schön. Viele Bänkchen luden zum Rasten und zum Geniessen der Aussicht auf den Lago di Lugano ein. Es gab viel zu fotografieren. Obwohl ich Kirchen nicht mag, vermochten mich die Bauten über dem Dorf Morcote zu begeistern. Das Dorf Morcote mochte mich ebenfalls zu überzeugen. Diese Wanderung werden wir sicher wieder einmal wiederholen um dann den Botanischen Garten zu besuchen. Der Beginn und der Schluss der Wanderung waren top, das mittlere Wegstück ein wenig langweilig.

Strecke: Monte San Salvatore 912 m - Carona - S. Grato - Alpe Vicania - Morcote 272 m
Höhenunterschied: 200 m aufwärts, 850 m abwärts
Zeit: 3 Stunden und 30 Minuten

Seedamm von Melide im Lago di Lugano

Panorama vom Monte San Salvatore

Rückblick nach dem Abstieg

Ist das der Botanische Garten?

Alpe Vicania

Auf mehreren Treppenstufen nach Morcote hinunter

Herrliche Aussicht auf Italien

Morcote

Über Morcote

Wunderschön