Samstag, 31. Mai 2014

Bisse de Fan und Erdpyramiden von Euseigne

Strecke: Vex 939 m - Bisse de Fan - Erdpyramiden von Euseigne - Euseigne 975 m

Bisse de Fan - Verwachsen und Vergessen
Die Bisse de Fan fasste ihr Wasser auf 1060 Meter über Meer an der Dixence. Von dort führte der noch gut sichtbare Wasserlauf dem Hang entlang nach Vex, einem Dörfchen am Eingang des Val d'Hérens.
Die Bisse wurde vor 1825 gebaut und ist schon seit einigen Jahrzehnten stillgelegt.

Quelle: Wandern an sagenhaften Suonen von Johannes Gerber, Rotten Verlag


Die Pyramiden von Euseigne
Die Pyramiden von Euseigne sind eines der bekanntesten Naturdenkmäler des Eringertales und des Wallis. Sie bilden eine der bedeutendsten erdwissenschaftlichen Sehendswürdigkeit der Alpen und stehen unter dem Schutz der Eidgenossenschaft.

Die Gletscher und Euseigne
In der Endphase der letzten Eiszeit, vor rund 80'000 bis 100'000 Jahren, wich der Eringergletscher nach Süden zurück. Er teilte sich dabei in zwei Ströme auf, aus denen die Wildbäche Dixence und Borgne entstanden. Beim Rückzug des Eises liessen die beiden Nebengletscher riesige, von ihren Seitenmöranen mitgeschleppte Schuttmengen zurück. Im Gebiet von Euseigne wurde dieser Gletscherschutt verschiedener Herkunft zu einer mächtigen Mittelmörane zusammengschoben, die auch grosse Felsbrocken enthalt. Die Moränen wurden an dieser Stelle mit ungeheurem Druck von über 1000 m mächtigen Eismassen zusammengedrückt und trockneten nach dem Abschmelzen des Eises aus. Dabei entstanden Hohlräume zwischen den Fels- und Steinbrocken, die sich nach und nach mit feinkörnigem Material (Lehm und Sand) füllten. Es bildete sich ein äusserst hartes, verkittetes Gemisch, das man als "Betonmoräne" bezeichnet.

Die Entstehung der Pyramiden
Seit dem Rückzug des Eises ist das abgelagerte Moränenmaterial der Witterung ausgesetzt, welche diesen recht wasserdichten, verschiedenartigen, harten Beton langsam aber stetig zermürbt. Niederschläge und Schmelzwasser, welche oberflächlich über die Moräne rieseln, legen nach und nach die grossen, widerstandsfähigen Felsbrocken frei. Dank ihrer Grösse und ihres beträchtlichen Gewichts bilden diese Brocken "Schutzkappen". Sie drücken das darunterliegende Material zusammen und schützen es vor dem Abtrag durch Wind und Wasser. Die ungeschützte Moräne ringsum zerbröckelt hingegen und wird nach und nach von Wind und Wasser davongeschwemmt, respektive weggeschliffen und - geblasen. Dieser natürliche Erosionsprozess ist nach wie vor im Gang.
Die Pyramiden von Euseigne sind stattliche 10 - 15 m hoch. Ihre steinerne, auf Säulen sitzende Schutzkappen bestehen aus massiven Felsbrocken von mehreren m3 Durchmesser und bis zu 20 Tonnen Gewicht. Es handelt sich entweder um Gneis (Granitschiefer) oder um dunkelgrünen Fels (Serpentinite), die durch den eiszeitlichen Eisstrom von den Talenden des Eringertals oder des Val Hérmencé herabgetragen wurden. 

Ihr weiteres Schicksal
Die Pyramiden sind durch langwierige, natürliche geologische Vorgänge entstanden und gehen unweigerlich einem natürlichen Zerfall entgegen. So bedauerlich dies erscheinen mag: sie werden früher oder später einstürzen oder ihre steinernen Kappen verlieren und dann innert mehrerer Jahrzehnte oder Jahrhunderte verschwinden. Das Zerbröckeln der "Betonmoräne" wird durch Riesel- und Sickerwasser, sowie durch das Wechselspiel von Frost- und Tauwetter beschleunigt, welche die Spalten im Inneren dieser Gebilde aufweiten. Ihr Fundament wird dadurch brüchig, die steinernen Häupter geraten ins Wanken und stürzen herunter. Die nunmehr barhäuptigen Pyramiden sind der Witterung stärker ausgesetzt und vermögen ihr nicht allzu lange stand zu halten. In Euseigne sind einige spitzen Pyramiden bereits "enthauptet".

Vex

Bisse de Fan



Erdpyramiden von Euseigne


Blick talauswärts zum Rhonetal




Hinter den Pyramiden: Hérémence

Euseigne


Donnerstag, 29. Mai 2014

Tulpenring Grengiols - In Erinnerung an meinen Vater

Am letzten Freitag, dem 23. Mai 2014, starb mein Vater 63-jährig völlig unerwartet an einem Herzstillstand. Nach wie vor bin ich endlos traurig und fassungslos. Ich kann meine Gefühle nicht beschreiben.

Morgen findet die Beerdigung/Urnenbeisetzung statt. Um den Kopf zu lüften fuhren meine Freundin und ich heute ins Wallis nach Grengiols. 

Durch meinen Vater lernte ich das Wallis und die Natur zu lieben. Die Wanderung, die meine Freundin und ich heute unter die Füsse nahmen, wollte ich mit meinen Eltern auch noch unternehmen... 

Mir fehlen die Worte.

Infos zum Grengjer Tulpenring und zu den Grengjer Tulpen: Flyer

Nach dem ca. einstündigen Rundgang wanderten wir anschliessend nach Mörel (+ 1 Stunde). Mein Blick schweifte dabei dauernd zur Bettmeralp hoch, dem zweiten Zuhause meines Vaters.

Foto vom 18. April 2014, anlässlich unserer gemeinsamen Wanderung

Alte, aufgegebene Wasserleite Afteri

Der neue Weiher

Der Aquädukt mit den "Pyramiden"

Grengjer Tulpen

Die Tulpen von Grengiols (Im Hintergrund das Eggerhorn)

Grengiols 

In den Gassen des schönen Walliser Dorfes

Betten Dorf und Bettmeralp Bergstation

Wenn mich nicht alles täuscht sollten das Aprikosenbäume sein (in der Nähe von Bister)

Ried-Mörel

Schöne, spezielle Brücke oberhalb Filet



Samstag, 17. Mai 2014

An der grünen Südrampe

Ich hatte diese Woche keine Zeit eine Wanderung für den heutigen Samstag zu organisieren. Die schon seit langem geplante Wanderung an der Bisse du Rho und der Bisse de Lens entlang, kann man ja anscheinend erst ab Juni komplett begehen, wenn die Wege ganz geöffnet sind.

Deshalb begaben wir uns heute mit dem BLS Lötschberger nach Hohtenn, um nach Ausserberg (via Stägeru Suon und Hängebrücke) zu wandern.

Seit 2009, als wir vom Wandervirus infiziert wurden, haben wir die klassische Südrampenwanderung schon ein paar mal unternommen:


Auch wenn das heute bereits das 11. Mal war, haben wir heute wieder so einige neue Sachen entdecken können, zudem sieht es auch immer wieder anders aus. Langweilig wird es uns auf dieser schönen Wanderung wohl auch beim 20. Mal nicht werden.

Liebe Wanderer und Wanderinnen, hiermit möchte ich euch bitten, euren Abfall jeweils mit nach Hause zu nehmen und ihn nicht in der (schönen) Natur liegen zu lassen! 

Ein Nostalgiezug

Stägeru Suon

Stägeru Suon in der Jolibachschlucht

Jolibachschlucht


BLS Lötschberger auf dem Bietschtalviadukt

Manera Suon




Visp, Ausserberg

Samstag, 10. Mai 2014

Von Leukerbad nach Salgesch

Motto der Woche (oder sogar der letzten Monate): Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. 

Strecke: Leukerbad 1402 m - Sportarena - Römerweg - Birchen 1362 m - Miljüt 1284 m - Inden 1138 m - Varner Leitern 1051 m - Taschunieru 933 m - Grossi Wasserleitu - Tschampedü - Salgesch Bhf. 576 m
Höhenunterschied: 300 m aufwärts, 1100 m abwärts
Zeit: 4 Stunden und 15 Minuten

Eine schöne, abwechslungsreiche und lohnende Wanderung, die immer bestens ausgeschildert ist. Auf dem ersten Abschnitt geht's durch die imposante Dalaschlucht auf dem Römerweg sanft hinunter nach Inden. Der mittlere Teil führt entlang den steil abfallenden Felswänden der Dalaschlucht. Damit man den Klettersteig Varner Leitern nicht benutzen muss, wurde ein Wanderweg aus den Felsen gesprengt, hier geht es schwindelerregend aufwärts durch die Felswand, mit bestem Ausblick in die Schlucht der Dala und die Fahrstrasse, die von Leuk nach Leukerbad führt. Dann befindet man sich schon wieder im Rhonetal. An der wasserführenden Suone Grossi Wasserleitu wanderten wir bis zur Höhe von 1030 m, dort stiegen wir steil ins Weindorf Salgesch ab. 


Gemmipass


Rinderhorn, Leukerbad

Altes Bahntrassee

Inden

Dalaschlucht

Bildmitte: Durch die Felswand führt der Wanderweg


Inden, Dalaschlucht

Brentjong, Leuk, Pfynwald, Varen

Grossi Wasserleitu

Röstigraben: Raspilleschlucht
Grossi Wasserleitu, Mengis Suon, Salgesch

Samstag, 3. Mai 2014

Es war Sommer im Tessin

Wir flüchteten vor den kühlen Temperaturen und dem Dauerregen. Im Tessin war's sonnig und sommerlich warm. So muss es sein Anfangs Mai. 

Glück hatten wir, dass unser Lieblingshotel in Ascona für uns noch ein Zimmer frei hatte. Nach Locarno/Ascona zu fahren, ist wie ein Nachhausekommen. Abschied nehmen ist dann immer sehr schwer.

Ascona besteht nicht nur aus der wunderschönen Seepromenade, Ascona hat viel mehr zu bieten. Die intakte Natur rundum lädt zu unzähligen Wandermöglichkeiten ein. Wir kennen das Umland noch viel zu wenig, gut so, denn so können wir noch so viel entdecken.

Mit der heutigen Wanderung gingen wir auf Entdeckungsreise im Gebiet von Monte Verità und Arcegno. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich anhand des Kartenstudiums die genaue Route nicht definieren. Von der Seepromenade von Ascona stiegen wir zuerst jedenfalls nach Monte Verità auf. Dort angelangt folgten wir dem Sentiero delle Betulle. Dann stiegen wir zum Punto Panoramico auf, einem sehr schönen Flecken mit bester Aussicht aufs Maggiadelta und den Lago Maggiore mit den Brissagoinseln. 

Nach dem intensiven Genuss des traumhaften Panoramas (und des schönen Wetters) stiegen wir steil nach Muno del Brumo ab, wanderten danach auf der Strasse ins verträumte Dörfchen Arcegno. Hier liesse es sich sicherlich gut und ruhig leben. Auf dem Rückweg nach Ascona, den ich jetzt nicht mehr beschreiben kann, fühlten wir uns teilweise wie im Dschungel. Wir drehten dort oben im schönen Wald so einige Zusatzrunden. Egal wo wir waren, es war einfach schön.

Zeit: 3 Stunden
Höhenunterschied: 350 m auf- und abwärts

Ascona

Arcegno

Brissago Inseln, Brissago

Maggiadelta: Locarno

Bei Brumo

Arcegno

Dschungelähnlicher Wald

Mediterran

Cardada, Losone

Monte Verità

Nochmals Ascona