Kulturhistorische Wanderung Engehalbinsel

Die Hammerschmiede Worblaufen (Gemeinde Ittigen) gilt als die älteste wasserbetriebene Hammeranlage der Schweiz und ist seit dem 15. Jahrhundert belegt. Über Jahrhunderte trieb die Worble über ein grosses Wasserrad drei schwere Schwanzhämmer an, deren historische Mechanik bis heute erhalten ist. Mit der Industrialisierung entwickelte sich der Standort zu einem bedeutenden Familienbetrieb, bevor er 2014 stillgelegt wurde. Dank einer engagierten Mietergemeinschaft und der Stiftung Edith Maryon blieb die denkmalgeschützte Schmiede erhalten und wird heute als lebendiger Handwerks‑ und Kulturort gepflegt.

Ganz anders, aber ebenso geschichtsträchtig präsentiert sich die Engehalbinsel in Bern, wo sich lange vor der mittelalterlichen Stadtgründung ein grosses keltisches Oppidum und später der römische Vicus Brenodurum befanden. Bis zu 2'000 Menschen lebten hier, ausgestattet mit Theater, Tempelbezirk und Thermen. Ein vier Kilometer langer Archäologiepfad macht diese Vergangenheit sichtbar: Er führt vom gallorömischen Theater über die Fundamente dreier Umgangstempel bis zur eindrucksvoll erhaltenen römischen Badeanlage mit Hypokaustum. Die Engehalbinsel zeigt damit das „älteste Bern“ – eine frühe Siedlung, deren Spuren heute im Wald und unter Schutzdächern weiterleben.

Römisches Theater Bern

Die ersten 2 Fotos stammen von einer Velotour im August


Das Römische Theater (Amphitheater-Mischform)
Das im Jahr 1956 direkt vor der Matthäuskirche entdeckte Theater stammt aus dem späten 1. bis frühen 2. Jahrhundert n. Chr.. Seine Architektur ist hochgradig ungewöhnlich und typisch für das römische Gallien. Das Theater nutzt die Geografie perfekt aus. Die annähernd ovale Arena (ca. 25 × 27 Meter) wurde direkt in einen Winkel der alten, mächtigen keltischen Wallanlage hineingebaut. Dieser Erdwall diente als massiver Unterbau für die hölzernen Sitzreihen. Die Holzkonstruktion bot auf acht Rängen Platz für rund 1'500 Zuschauer. Es war ein Multifunktionsbau. Die ovale Form erinnert an ein Amphitheater für Gladiatorenkämpfe oder Tierhatzen. Gleichzeitig war der Haupteingang exakt auf den 200 Meter nördlich gelegenen Tempelbezirk ausgerichtet, was darauf hindeutet, dass hier auch religiöse Prozessionen, Kulte und politische Versammlungen abgehalten wurden.


Es wird gebaut im "Wankdorf-City"


An der Aare gen Worblaufen zu


Hammerschmiede Worblaufen





Römisches Bad Bern


Das 1937 freigelegte öffentliche Bad ist der architektonisch am besten fassbare Steinbau auf der Halbinsel. Es liegt an der antiken Hauptstrasse und ist heute durch ein grosses Schutzdach aus dem Jahr 1938 konserviert. Die Anlage folgt strikt den Regeln des antiken Stararchitekten Vitruv. Die direkt beheizten Räume liegen alle auf der Südseite, um die natürliche Wärme der Sonne maximal zu nutzen; die unbeheizten Räume liegen im Norden. Die Besucher betraten das Bad durch einen gedeckten Laubengang (Portikus) und gelangten ins Apodyterium (Ankleideraum, heute als rekonstruierter Bretterboden sichtbar). Danach folgte das Tepidarium (Lauwarmbad), das Caldarium (Warmbad mit Heisswasserwanne) und schliesslich die Abkühlung im Frigidarium (Kaltbad). Im Inneren sind die Ziegelpfeiler der Fussbodenheizung hervorragend erhalten. Heisse Luft aus dem monumentalen Brennofen (Praefurnium) strömte unter dem hohlgelegten Fussboden durch, um Estrich und Wände zu erwärmen. Direkt nebenan befindet sich zudem eine detaillierte Rekonstruktion einer antiken hölzernen Latrinenanlage.


Fähre Zehendermätteli (Bern) - Bremgarten


Zehendermätteli


Das Schloss Bremgarten ist ein ehemaliger Herrensitz aus dem 16. Jahrhundert, dessen Wurzeln ins Mittelalter zurückreichen. Nach der Reformation wurde es zum repräsentativen Landsitz bernischer Patrizierfamilien und mehrfach umgebaut. Heute steht das barock geprägte Schloss in Privatbesitz und bleibt als historisches Anwesen erhalten.





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